Am dritten literarischen Abend diese Woche, begrüßten wir zwei Autor*innen mit ihren neuen Publikationen bei Edition Korrespondenzen: Zsuzsanna Gahse mit »Spielbeginn. Verrutschungen« und Armin Senser mit »Das Maß aller Dinge«
Wie die Moderatorin des Abends Ursula Ebel zu Beginn des Abends erklärt, kreist »Spielbeginn« um die Thematiken der Sprache und das Sprechen. Gegliedert in zwei Teile, erschafft Zsuzsanna Gahse einerseits ein Theatersetting, in dem zwölf Personen sowie eine Erzählstimme zu sprechen kommen und zeigt andererseits im zweiten Teil die Notizen einer dieser Figuren. Wie bereits in anderen ihrer Werke anzutreffen, verbindet die Autorin verschiedene Zugänge, so beispielsweise Szenisches, Essayistisches und auch Dramatisches.
Nach einer längeren Lesepassage aus »Spielbeginn« erzählte die Autorin u.a., wie sie durch das Zusammenspiel verschiedener Textformen und der teilweise lyrischen Sprache eine gewisse Dynamik erschaffen wollte, ihr Bedürfnis als Autorin, »angenehme« Männerbilder zu kreieren und der Bedeutung von Dialekten und Aussprache besonders in indoeuropäischen Sprachen.
In seinem Prosaband »Das Maß aller Dinge« behandelt Armin Senser große Fragen wie Identität, das Ich-Sein und -Werden sowie Erinnerungen. Beschrieben wird der Monolog eines Sohnes an seinen sterbenskranken, abwesenden Vater, in dem das Unvermögen, miteinander zu sprechen, verhandelt wird. Um dem Publikum einen Eindruck des Bandes zu ermöglichen, las der Autor den Anfang seines Buches. Im anschließenden Gespräch erzählte Armin Senser u.a. über seinen Schreibprozess, so ist für ihn zu Beginn v.a. die Form von Bedeutung und sprach über unterschiedliche Wirkung von Prosatexten oder Lyrik auf Leser*innen. »Prosa ist in diesem Sinne Wiederauferstehung, man kann damit Leute wieder zum Leben erwecken. (…) Es ist eine Form der Erinnerung (…).« (Armin Senser)
Moderation: Ursula Ebel
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 21. Mai 2026
Mit Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung und in Kooperation mit prolit