
Im Rahmen einer von der Franz Grillparzer Gesellschaft organisierten Veranstaltung waren gestern Abend der Philosoph und Übersetzer Walter Seitter sowie der Komponist Alexander Doent in der Literaturgesellschaft zu Gast. Ausgangspunkt ihres Gesprächs über Franz Grillparzer und Friedrich Nietzsche als Beobachter und Akteure der Moderne stellte Walter Seitters Studie »Unzeitgemäße Aufklärung. Grillparzers Philosophie« (1991) dar.
Wie Walter Seitter eingangs erzählte, habe er Ende der 60er Jahre in München Nietzsche lesend Grillparzer entdeckt. Der junge Nietzsche, 1872 gerade erstmals an die Öffentlichkeit getreten, habe in seinen »Unzeitgemäßen Betrachtungen« die Gelegenheit ergriffen, den gerade verstorbenen Grillparzer zustimmend zu zitieren – und die paradoxe Verbindung zwischen diesen beiden ungleichen künstlerischen Geistern, die zwei verschiedenen Welten angehörten, habe ihn, den jungen Philosophiestudenten, zutiefst bewegt.
Doch worin bestehen die Anknüpfungspunkte zwischen Grillparzer und Nietzsche, wo beruft sich Letzterer auf Ersteren, worin unterscheiden sie sich? Unter anderem um diese Fragen, sowohl im Persönlichen und Privaten als auch im Politischen, Künstlerischen und Musikalischen, kreiste das Gespräch, in dem auch näher auf Grillparzers »Armen Spielmann« eingegangen wurde.
Den Abschluss des Abends bildete eine Lesung, in welcher Walter Seitter und Alexander Doent dem Publikum einige Passagen aus Satiren Grillparzers zu Gehör brachten.
Begrüßung:
Nicole Kiefer (ÖGfL),
Johann Lehner (Grillparzer Gesellschaft)
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 1. Juni 2026
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Walter Seitter © ÖGfL -
Walter Seitter und Alexander Doent © ÖGfL