Donnerstag Abend wurde die Schreibpädagogik in den Mittelpunkt gestellt. Anja Benning, Louise Kienzl und Erika Kronabitter stellten den von ihnen herausgegebenen Band »Schreibpädagogik. Eine Einführung« (Beltz Juventa) in der Literaturgesellschaft vor. Die Moderation des Abends übernahm Semier Insayif, Präsident des BÖS (Berufsverband Österreichischer Schreibpädagog*innen).
Wie Semier Insayif in seiner Einführung erläutert, versucht der BÖS, »verschiedene Wege, die mit dem Schreiben zu tun haben, letztlich zu erforschen.« Diese »Forschungsreisen« führen dabei zu ständigem Austausch, auch darüber, in welcher Art und Weise überhaupt über das Schreiben gesprochen werden kann, was Sprache an sich sein kann sowie beispielsweise mit welchen Schwierigkeiten das eigene Schreiben verbunden sein kann.
Die drei Herausgeberinnen berichteten u.a. von der Entstehung des Buches, so sei ein von Erika Kronabotter angebotener Schreibworkshop zum Thema »Schreiben als Ressource« Anstoß für die Zusammenarbeit gewesen. Als wesentliche zentrale Punkte ihres Buches nennen sie Prinzipien die der Arbeit von Schreibpädagog*innen zugrunde liegen und ihre Vielfalt, die Genese der Schreibpädagogik sowie Elemente und Methoden, wie Schreibpädagog*innen arbeiten können sowie Beispiele aus der Praxis, so wurden alle Kolleg*innen aus dem BÖS eingeladen, Berichte aus der Praxis ihrer jeweiligen Bereiche – gennant werden hierbei die Bereiche ›Urbaner Raum‹, ›Achtsamkeit‹ bis hin zu ›Nature Writing‹ – beizusteuern. Bis zu 30 Personen haben schlussendlich Beiträge für den Band geliefert.
Der Prozess, dass so viele an einem Buch mitarbeiten und schreiben stellt auf eine gewisse Weise in seiner Vielfalt auch dar, was BÖS anbietet. (…) Das ist bei BÖS eine Besonderheit, dass es eine hohe Anzahl an Dozentinnen und Dozenten gibt, die äußerst unterschiedliche Ästhetiken haben und diese unterschiedlichen Ästhetiken als Erfahrungsraum zur Verfügung gestellt werden. (…) Es ist auch etwas, das sich in dem Buch wiederfindet, dass diese unterschiedlichen Ansätze spührbar werden.
Semier Insayif
Auch das Publikum kam zu Wort und konnte Erfahrungen und Anregungen zur Schreibpädagogik teilen.
Zum Abschluss des Abends hatten die drei Herausgeber*innen eine kleine Überraschung vorbereitet. Auf der Unterseite der Sessel im Publikum versteckten sich Kuverts mit einem Zettel und der Aufschrift »Wenn ich an Gras denke … «. Dieser Schreibimpuls sollte das Publikum daraufhin ermutigen, in 5 Minuten diesen Satz zu vervollständigen, eine kleine Geschichte oder ein Gedicht zu verfassen oder auch eine Zeichnung anzufertigen. Drei Personen aus dem Publikum trugen ihre Ergebnisse schließlich vor.
Moderation: Semier Insayif
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 28. Mai 2026
Gemeinsam mit BÖS (Berufsverband Österreichischer Schreibpädagog*innen)