Gestern Abend war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt, als Daniela Strigl im Rahmen ihrer Gesprächsreihe ›TACHELES‹ die Schauspielerin Sophie Rois in der Literaturgesellschaft begrüßte. Sophie Rois, gebürtige Österreicherin und Kultfigur des Berliner Theaters, ist Filmschauspielerin, Hörbuchsprecherin und regelmäßig an der Berliner Volksbühne zu erleben. Nach einführenden Worten von Manfred Müller entspann sich ein Gespräch über ihre Lieblingsbücher, begleitet von gelesenen Passagen.
Bei Mark Twains »Huckleberry Finn« etwa stellte Rois fest, dass sie in die Figur als Kind tatsächlich verliebt war. Es folgten Texte von Ingeborg Bachmann, deren Werk sie seit ihrer Jugend begleitet – darunter eine weniger bekannte, gleichwohl raffinierte Erzählung aus dem Band »Simultan« (1972). Mit Marlen Haushofers »Die Wand« (1991) wandte sie sich einem Roman zu, den sie früh gelesen und später auch auf die Bühne gebracht hat. Diesen »Longseller« spielt sie in einer Art Selbstermächtigung, als Kaffeehausphantasie. Auch Michel Houllebecq und sein Roman »Gegen die Welt, gegen das Leben« (2016), eine Annäherung an H. P. Lovecraft, erschien in Rois‘ Lesart als paradoxer Roman – düster und zugleich von eigentümlicher Musikalität. Gegen Ende der Veranstaltung sprach Sophie Rois über ihr Selbstverständnis als Schauspielerin: über Kollegialität, Haltung und über die Kunst, sich nicht in den Vordergrund zu drängen.
»Es ist nicht meine Aufgabe, auf der Bühne Recht zu haben.«
Sophie Rois
Begrüßung: Manfred Müller
Moderation: Daniela Strigl
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 14.4.2026
-
Daniela Strigl © ÖGfL -
Manfred Müller © ÖGfL -
Sophie Rois © ÖGfL -
© ÖGfL