Der gestrige Abend stand ganz im Zeichen der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt Trenčín und wurde in Kooperation mit dem Slowakischen Institut Wien und dem Slovak Literary Centre Bratislava veranstaltet.
Der slowakische Autor und Antiquar Lukaš Cabala präsentierte seinen nun auch in deutscher Übersetzung erschienen Roman »Denkst du noch an Trenčin« (Allee Verlag), in dem er ein Panorama seiner Heimatstadt bietet. Einen Ort, dessen Geschichte, Verflechtungen, Persönlichkeiten und deren Erinnerungen die kulturelle Bedeutung Mittelosteuropas widerspiegeln.
Wie Stefanie Bose, die Moderatorin des Abends, zu Beginn betont, ist »Denkst du noch an Trenčin« ein Buch, in dem Leser*innen viel über die Stadt selbst erfahren, der Autor jedoch auch zahlreiche magische und phantastische Momente erzeugt. Durch die Verflechtung aktueller Orte mit Orten die es nicht mehr oder noch nicht gibt, entsteht eine Mischung aus Geschichte, Gegenwart aber auch Zukunft der Stadt.
Im Gespräch erzählte der Autor u.a. von seinem ursprünglichen Vorhaben, einen jüdischen Roman in New York zu schreiben, der schlussendlich nun in seiner Heimatstadt spielt und sich dem nicht mehr vorhandenen jüdischen Trenčín widmet. Die Verbindung von Realität und Fantasie ist für den Autor dabei eine Möglichkeit, die Stadt auch nach Jahrzehnten des wohnens ebendort, neu zu erleben. Denn wie er selbst sagt, sei die Realität zu einfach und zu begrenzend, um nur in ihr zu leben. Ebenso sprach er über Zeichen von Ostalgie, die sowohl in Trenčín als auch in seinem Roman anzutreffen sind. Untermalt werden die Themen durch Illustrationen des trenčiner Künstlers Juraj Toman.
Auch die Übersetzerin Stefanie Bose, derzeit Stadtschreiberin in Trenčín, erzählte selbst von ihren eigenen Eindrücken der Stadt, die sich seit Fertigstellung der Übersetzung veränderten und über die sie auf einem Blog berichtet.
Neben Lesestellen aus dem Buch, die auf Deutsch von Stefanie Bose gelesen wurden, las Lukaš Cabala aus seinem Buch auch eine Stelle in slowakischer Sprache vor.
Begrüßung: Ines Scholz
Dolmetsch: Saša Petrášová
Moderation: Stefanie Bose
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 26. Mai 2026
Gemeinsam mit dem Slowakischen Institut Wien und dem Slovak Literary Centre Bratislava