In Daniela Strigls Gesprächsreihe ›TACHELES‹ war gestern Abend Jutta Person in der Literaturgesellschaft zu Gast. Nach einer Begrüßung durch Manfred Müller stellte Strigl die in Berlin lebende Schriftstellerin, Literaturkritikerin und Essayistin Jutta Person vor.
Im Jahr 2023 erhielt Person gleich zwei Auszeichnungen: den ›Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik‹ und den ›Johann-Heinrich-Merck-Preis‹ der deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für Literarische Kritik und Essayistik. Jutta Person ist nicht nur als profilierte Literaturkritikerin bekannt, sondern interessiert sich bereits seit ihrer Kindheit für Natur und Biologie. Im Gespräch mit Daniela Strigl erzählte die Autorin, dass sie zwar ausgebildete Philosophin und Philologin ist, sich jedoch schon früh intensiv mit der Natur beschäftigt hat. Besonders in ihrer groß angelegten Reihe ›Naturkunden‹ wird diese Faszination sichtbar. Zunächst erschien in dieser Reihe ›Esel‹, ein Bestseller der Reihe, später folgten ›Korallen‹ und nun das druckfrische Buch ›Palmen‹ (Matthes & Seitz), aus dem gestern Abend einige Kostproben vorgelesen wurden.
Im weiteren Gespräch unterhielten sich Strigl und Person darüber, wie Physiognomik als Deutungskunst unterschiedliche Perspektiven auf Tiere und Menschen eröffnen kann. Darüber hinaus las sie mehrere Auszüge aus ›Palmen‹ vor. In diesem Buch feiert sie die Palme als Pflanze und thematisiert sie kulturgeschichtlich als Sehnsuchtsobjekt. Jutta Person skizziert die Geschichte verschiedener Palmenarten (von Kokos- bis Dattelpalmen), ihre Kultivierung sowie ihre Etablierung als Symbol des Utopischen und Göttlichen, als Traum paradiesischer Natur.
Gegen Ende der Diskussion erwähnte die Autorin, dass sie an Literatur besonders schätze, wie mit Form, Sprache und genauer Beobachtung gespielt werden kann, die neue Perspektiven auf Menschen, Tiere und die Welt entstehen lassen.
Immer wenn Menschen über Tiere schreiben, erzählen sie unter der Hand auch von sich selbst.
Jutta Person
Begrüßung: Manfred Müller
Moderation: Daniela Strigl
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 19. Mai 2026