Sechs Jahre ist es her, dass der Lyriker, Kulturpublizist und künstlerische Fotograf Peter Paul Wiplinger zuletzt in der Literaturgesellschaft zu Gast war, damals präsentierte er im Rahmen einer eindrucksvollen Lesung und Ausstellung seine ›Schachteltexte‹. Gestern Abend durften wir ihn erneut in unseren Räumlichkeiten begrüßen.
Wie vielfältig Peter Paul Wiplingers lyrisches Werk ist, wie verschieden die Arbeitsweisen und -techniken, die er in seiner dichterischen Arbeit anwendet, zeigen die drei Bücher, die der Autor gestern Abend mitgebracht hat: Auf der einen Seite ist der Band »Wortbruch. Gedichte 2023–2025« (Löcker) als klassischer Lyrikband Teil eines Gedichtwerks, an dem er kontinuierlich arbeitet. Auf der anderen Seite verfolgt Peter Paul Wiplinger immer wieder große Projekte, die sich über mehrere Bände und viele Jahre erstrecken; dazu gehören insbesondere seine ›Schachteltexte‹, die zuletzt im Band »Wortschutt. 2024« (Löcker) fortgesetzt wurden. Ein weiteres, neueres Projekt stellen die ›Styropor-Beschriftungen‹ dar, die im Band »Wörterwelten. Styropor-Beschriftungen 2019–2022« (Löcker) erschienen sind.
Wie Moderator Manfred Müller in seiner Einführung betonte, sei es neben der Themenvielfalt – so finden sich als wiederkehrende Motive etwa Erinnerungen, der Krieg und seine Folgen, die Krankheit und der unweigerlich näherkommende Tod – vor allem die Form, die Peter Paul Wiplingers Arbeit auszeichne: Das Schreiben werde mit bildlichen Elementen und Material in verschiedensten Ausprägungen – etwa der Fotografie, aber auch Schachteln oder Styroporboxen – in Verbindung gebracht. Auf diese Weise entstehen »experimentelle, gattungsüberschreitende Objekte«, die mehr seien als ein »irgendwo aufgeschriebenes Gedicht«, denn die Form beinflusse den Inhalt, gebe Grenzen vor, lenke die Wahrnehmung.
Anschließend an die einführenden Worte von Manfred Müller las Peter Paul Wiplinger aus den drei schon genannten Lyrikbänden »Wortbruch«, »Wortschutt« und »Wörterwelten«, die alle im Löcker Verlag erschienen sind. Zwischen den Lesepassagen brachte der Autor dem Publikum seines Prozess des Erarbeitens der Texte näher, indem er Bilder und Fotos projizierte und dazu erzählte.
Moderation: Manfred Müller
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 15. Juni 2026
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Peter Paul Wiplinger © ÖGfL -
Peter Paul Wiplinger, Manfred Müller © ÖGfL -
© ÖGfL -
Peter Paul Wiplinger © ÖGfL