Im Jubiläumsjahr anlässlich des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann würdigen Österreich und Deutschland gemeinsam die deutschsprachige Gegenwartslyrik mit einer neuen Auszeichnung: dem Österreichisch-Deutschen Lyrikpreis. Initiiert wird dieser vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich (BMEIA) und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).
Der einmalige Preis zeichnet eine Lyrikerin beziehungsweise einen Lyriker mit Lebensmittelpunkt in Österreich und eine Lyrikerin beziehungsweise einen Lyriker mit Lebensmittelpunkt in Deutschland aus. Er ist mit jeweils 15.000 Euro dotiert.
Prämiert werden Lyrikbände, die in den vergangenen drei Jahren in deutschsprachigen Verlagen erschienen sind und – wie Ingeborg Bachmanns Werk und Leben – geprägt sind von der Verbindung verschiedener poetischer Traditionen, Sprachwelten und Kulturräume.
Übersetzungwerkstätten in Wien und Berlin
Zum Preis gehört auch eine Teilnahme an Übersetzungswerkstätten in Berlin und Wien. Dort beschäftigen sich die Preisträgerinnen und Preisträger gemeinsam mit Literaturübersetzerinnen und -übersetzern mit Sprachen und Werken, die für Ingeborg Bachmann von besonderer Bedeutung waren. Im Mittelpunkt steht dabei der Austausch darüber, wie sich ihre eigenen Texte in andere Sprachen übertragen lassen und welche neuen Perspektiven dadurch entstehen. Am 7. Dezember 2026 wird die Übersetzungswerkstatt am Literarischen Colloquium in Berlin stattfinden, im Jänner 2027 folgt dann der zweite Termin in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur.

Der Preis schafft damit nicht nur Sichtbarkeit für herausragende zeitgenössische Lyrik, sondern auch einen Raum für literarischen und europäischen Austausch. Zugleich knüpft er an das reiche literarische Werk Ingeborg Bachmanns an, das bis heute weit über den deutschsprachigen Raum hinauswirkt.
Die gemeinsame feierliche Preisverleihung des Österreichisch-Deutschen Lyrikpreises findet am Eröffnungstag der Buch Wien am 25. November 2026 statt.
Projektträger sind auf österreichischer Seite die Österreichische Gesellschaft für Literatur (ÖGfL) und in Deutschland das Literarische Colloquium Berlin e.V. (LCB), in Kooperation mit dem TOLEDO-Programm des Deutschen Übersetzerfonds.
Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige österreichisch-deutsche Jury. Ihr gehören an: Jan Bürger (Marbach), Bernhard Fetz (Wien), Daniela Strigl (Wien), Beate Tröger (Frankfurt am Main), TOLEDO/LCB, Berlin (Aurélie Maurin) sowie die ÖGfL, Wien (Ursula Ebel/Manfred Müller).
Wir freuen uns sehr über diese besondere Möglichkeit, den Austausch zwischen österreichischen und deutschen Lyriker:innen fördern zu können, zudem ist es uns ein Anliegen, durch zwei eigene Veranstaltungen die oft übersehene Arbeit der Literatur-Übersetzer*innen in den Vordergrund zu rücken.
