Der gestrige Abend stand im Zeichen von Elias Canetti: Wir durften den Autor, Essayist und Philosophen Franz Schuh in der Literaturgesellschaft begrüßen, der sich seit Jahrzehnten mit Canetti befasst und im Rahmen des diesjährigen Schwerpunkts der Internationalen Elias Canetti-Gesellschaft über seine neueste Publikation »Blendung als Lebensform. Zur Aktualität von Elias Canetti« (hg. von Bernhard Kraller; Sonderzahl) sprach. Das Gespräch leitete die Gründerin und Präsidentin der Canetti-Gesellschaft Penka Angelova.
Der vorgestellte Band versammelt 25 Essays, die von Franz Schuh über Jahrzehnte zu Elias Canetti verfasst wurden, erstmalig in einem Buch. Vor zahlreichem Publikum diskutierten Schuh und Angelova verschiedene Erscheinungsformen der Blendung, von Verblendung zu Blindheit, sowohl in aktuellen gesellschaftlichen Zusammenhängen wie etwa zwischen den Geschlechtern, als auch innerhalb von Canettis schriftstellerischem Werk. Die Selbstdarstellung Canettis als Intellektueller kam ebenso zur Sprache wie dessen Beziehung zu Karl Kraus, wobei Franz Schuh seine Fähigkeit zur Schau stellte, komplexe Sachverhalte anschaulich darzulegen und einen Bogen von den Kernthemen in Canettis Texten zu modernen Kontexten zu spannen. Außerdem kam es, mit Canettis opera magna »Die Blendung« und »Masse und Macht« im Hinterkopf, zu Reflexionen über Machtbilder, Canettis Verhältnis zur Psychoanalyse, Geschichtsschreibung sowie die Verehrung von Mächtigen.
Moderation und Gespräch: Penka Angelova
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 11. November 2025
Im Rahmen der XI. Biennalen Tagung für Österreich-Bibliotheken im Ausland, gemeinsam mit dem BMEIA und der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft
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Franz Schuh und Penka Angelova ©ÖGfL -
Franz Schuh ©ÖGfL -
Penka Angelova ©ÖGfL -
Manfred Müller, Penka Angelova und Franz Schuh ©ÖGfL -
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