Die Veranstaltung letzten Donnerstag stand ganz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft und Zusammenarbeit. Getrud Aichem-Degreif, Kulturreferentin der Deutschen Botschaft, und Bruno Ducluzaux, Leiter des Institut français d’Autriche, begrüßten die Gäste in den erst letzten Oktober eröffneten neuen Räumlichkeiten der deutschen Botschaft Wien. Wie die beiden betonten wurde gestern vor 63 Jahren der Élysée-Vertrag unterzeichnet, der die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich besiegeln sollte und die mit dieser Abendveranstaltung gefeiert wurde.
Im Zentrum des Abends standen jedoch die Autorin Raphaëlle Red mit ihrem Debütroman »Adikou« (Rowohlt) und ihre Übersetzerin Patricia Klobusiczky.
Die sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch schreibende Raphaëlle Red berichtete im Gespräch mit Conrelius Hell, dem Moderator des Abends, dass es vom Kontext und den Umständen abhänge, welche Sprache sie für Ihre Texte wähle. Für den Roman »Adikou«, der u.a. französischen Kolonialismus behandelt, habe sie sich daher für die französische Sprache entschieden.
In weiterer Folge sprach Patricia Klobusiczky über die enge Zusammenarbeit mit der Autorin bei der Entstehung der Übersetzung. Während die Bilingualität Raphaëlle Reds und ihre genaue Kenntnis beider Kulturen die Zusammenarbeit äußerst spannend machte, ergaben sich gleichzeitig daraus ebenso vereinzelte Schwierigkeiten. Diese erkannten die beiden weniger in sprachlichen Aspekten – der Roman enthält poetische, imaginäre, magische Stellen und zeichnet sich durch seine Sprache aus – sondern vielmehr durch den Generationenunterschied der beiden Frauen.
Im Gespräch thematisierten sie außerdem die Verbindung verschiedener Kulturen und Geografien im Roman, die Identitätssuche der Protagonistin, die sich mehr um die Frage der eigenen Einordnung in der Welt und politische Identität dreht, als um die Frage der Wurzeln. Adikou möchte nicht nicht zur Projektionsfläche ihrer Umwelt werden. Ebenso fragte der Moderator nach Ähnlichkeiten zwischen der Autorin und der Protagonistin, woraufhin Raphaëlle Red erzähte, dass sie einerseits Anknüpfungspunkte zu Adikou suchte, andererseits von autobiografischen Aspekten wieder abrücken wollte. Es ist also ein Spiel mit diesen Aspekten.
Ergänzt wurde das spannende Gespräch durch Lesungen aus dem französischen Original und der deutschen Übersetzung von »Adikou«.
Zum Abschluss des Abends richteten die Botschafter von Deutschland und Frankreich ein paar Worte an das Publikum und betonten die Bedeutung von Vielsprachigkeit und Übersetzung sowie der Zusammenarbeit, aber auch Einigung europäischer Länder.
Begrüßung: Gertrud Aichem-Degreif und Bruno Ducluzaux
Moderation: Cornelius Hell
Dolmetsch: Isolde Schmitt
Ein Abend in deutscher und französischer Sprache in Kooperation mit der deutschen und der französischen Botschaft sowie dem Institut français d‘Autriche.
Deutsche Botschaft Wien, 22.1.2026
-
Patricia Kloubisczky, Raphaëlle Red, Isolde Schmitt, Cornelius Hell: ©ÖGfL -
Raphaëlle Red: ©ÖGfL -
Patricia Klobusiczky: ©ÖGfL -
Cornelius Hell: ©ÖGfL -
Bruno Ducluzaux, Gertruf Aichem-Degreif: ©ÖGfL -
Botschafter Vito Cecere: ©ÖGfL -
Botschafter Matthieu Peyraud: ©ÖGfL -
©ÖGfL -
Gertreud Aichem-Degreif, Matthieu Peyraud, Patricia Klobusiczky, Bruno Ducluzaux: ©ÖGfL