Am Mittwoch Abend durften wir Cornelius Hell in der Literaturgesellschaft begrüßen, der seinen neuesten Band »Lesezeichen & Lebenszeiten. Streifzüge durch Bücher und Biografien« (Sonderzahl) präsentierte.
Seit Jahren ist der Autor, Übersetzer und Literaturkritiker Cornelius Hell regelmäßig in der Ö1-Sendereihe »Gedanken für den Tag« zu hören. Aus diesen Beiträgen entwickelt Hell Essays, die nun bereits zum dritten Mal in Buchform gesammelt erscheinen. Nach dem ersten Band »Lesen ist Leben« (Wieser, 2007) und »Ohne Lesen wäre das Leben ein Irrtum« (Sonderzahl, 2019) liegt der Fokus der neuesten Sammlung »Lesezeichen & Lebenszeiten« einerseits auf der Wechselwirkung von biografischen Ereignissen und dem literarischen Schaffen diverser Schriftsteller*innen (Lesezeichen), andererseits auf der poetischen Verarbeitung bestimmter wiederkehrender Lebenszeiten wie Jahreszeiten oder Feiertage.
Mit Manfred Müller sprach Hell über die Auswahl der Beiträge und die fast schon spielerische Freude daran, in einem Essay mit dem Umfang einer zweiminütigen Radiosendung bewusst auf Perfektionismus oder etwaige Ansprüche auf Vollständigkeit verzichten zu können. Für Hell bedeuten die kurzen Texte in gewisser Weise eine Liebeserklärung, sowohl an die jeweils behandelte Schriftstellerin bzw. den Schriftsteller, als auch an den Prozess des Lesens an sich und das dem Band zugrunde liegende sorgfältige Auswählen von Fundstücken aus der Lektüre. Dadurch tragen die Texte eine deutlich persönlichere Note als beispielsweise Hells Arbeit als Literaturkritiker.
Angelehnt an die üblichen Wochenzyklen der Radiobeiträge las Cornelius Hell an diesem Abend 19 Texte vor, die, gegliedert in drei Abschnitte, jeweils zu einem thematischen Schwerpunkt zusammengerückt wurden. Das Ergebnis bildet ein außergewöhnliches Kaleidoskop aus Lektüreeindrücken und Reflexionen, etwa zur Literatur im Wandel der Medien, dem »Ton der heutigen Welt«, der Rolle des Außenseitertums und der Bedeutung der Musik.
Moderation: Manfred Müller
Österreichische Gesellschaft für Literatur, 29. Oktober 2025
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Cornelius Hell ©ÖGfL -
Manfred Müller ©ÖGfL -
Cornelius Hell und Manfred Müller ©ÖGfL -
Büchertisch ©ÖGfL -
Manfred Müller und Cornelius Hell ©ÖGfL